Neue Rahmenbedingungen für die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung: Ministerium sieht positive Auswirkungen von 125 Milliarden Euro für die Wirtschaft voraus

BRASILIEN - Eine Studie des Wirtschaftsministeriums zeigt die Bedeutung des neuen ordnungspolitischen Rahmens für die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung im Land, der am 24. Juni vom Senat verabschiedet wurde.

Aus dem Dokument geht hervor, dass der neue Rechtsrahmen für den Sektor bis 2033 wirtschaftliche Auswirkungen in Höhe von 125 Milliarden Euro haben wird. Der Betrag wurde vom Sekretariat für Wirtschaftspolitik berechnet. Der Studie zufolge wird es mit den Maßnahmen zur Universalisierung der Abwasserentsorgung eine soziale Auswirkung in Höhe von 75 Milliarden Euro bei der Bewertung von Immobilien geben, die heute nicht mit Wasser oder Abwasser versorgt werden.

Hinzu kommen weitere 34,6 Milliarden Euro an erhöhter Arbeitsproduktivität der von dem Projekt betroffenen Menschen. Das Ministerium erwartet auch direkte Auswirkungen auf die Armutsbekämpfung und die Entwicklung von Kindern. Nach dem Text, der vom Senatsplenum geprüft werden soll, müssen die Unternehmen die Zielvorgaben erfüllen, damit bis 2033 99% der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser und 90% Zugang zur Abwassersammlung und -behandlung haben.

Die Zahlen zu den Investitionen und den Auswirkungen auf die sanitären Einrichtungen in Brasilien belaufen sich auf mehrere Millionen Euro, da die Herausforderung darin besteht, den Dienst im Land universell zu machen. Heute gibt es nach Angaben des Ministeriums 33 Millionen Menschen, die nicht einmal über aufbereitetes Wasser verfügen. Gegenwärtig haben 67 Millionen Brasilianer nur Zugang zu aufbereitetem Wasser, aber sie leben neben ihrem eigenen Abwasser. Der Sektor der Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung ist der letzte Infrastruktursektor, der noch nicht liberalisiert wurde.

Die Studie des Wirtschaftsministeriums befasst sich auch mit den Diskrepanzen zwischen öffentlichen Unternehmen und den wenigen privaten Unternehmen, die die sanitäre Grundversorgung im Land betreiben. Heute werden nur 3% der Gemeinden des Landes von privaten Unternehmen bedient. Im Jahr 2018 war das von staatlichen Sanitärunternehmen gezahlte Durchschnittsgehalt 2,4-mal höher als das von privaten Unternehmen gezahlte Durchschnittseinkommen. Mit anderen Worten: Statt in Wasser und Abwasser zu investieren, zahlen die öffentlichen Unternehmen Löhne und Gehälter. Dieser Unterschied hatte für das Land einen Preis.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hätte Brasilien in den letzten 11 Jahren fast 80 Milliarden R$ mehr in die Abwasserentsorgung investiert, wenn die Löhne der öffentlichen Unternehmen denen der Privatunternehmen entsprächen. Zum Vergleich: Es würde 700 Milliarden R$ kosten, um den Zugang zu sanitären Einrichtungen im Land zu universalisieren. Der im Senat diskutierte Gesetzentwurf öffnet das Angebot von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsleistungen - die nur durch Ausschreibungen vergeben werden können - für die Privatinitiative. Davor gibt es jedoch eine Übergangszeit bis März 2022, und die geltenden Verträge können um bis zu 30 Jahre verlängert werden.

Quelle: o Globo